Ein Theaterstück zum Thema Cybermobbing: Fake – oder war doch nur Spaß!

Am 3.2.2015 war in unserer Schule das Ensemble Radiks und hat ein Theaterstück über Cybermobbing aufgeführt. Es hieß „Fake – oder war doch nur Spaß“ und stammt von Karl Koch. Alle sechsten und siebten Klassen haben sich die Aufführung angesehen und anschließend über Cybermobbing diskutiert.

Die Story

In dem Schauspiel ging es um ein Mädchen, das Lea hieß und 17 Jahre alt war. Sie spielte in einer Band und konnte gut singen, wollte aber eigentlich Schauspielerin werden. Obwohl ihr Vater dies nicht wollte, ließ sie sich nicht davon abhalten und bewarb sich um eine Stelle bei einer Schauspielagentur. Die waren von ihr begeistert und wollten sie sofort nehmen, auch ohne Einverständniserklärung ihres Vaters.

Nadine, ihre beste Freundin, die sich ebenfalls bewarb, wollten sie nicht nehmen. Sie war sehr eifersüchtig auf Lea und wollte sie der gemeinsamen Band gegenüber schlecht machen. Sie rief Lea an und behauptete, dass der Aufnahmeleiter den Band-Termin verschoben hätte und der Band erzählte sie, dass Lea gesagt hätte, dass sie austeigen würde (so kurz vor der Premiere). Die Band und viele ihrer Fans reagierten darauf entsprechend wütend, denn ohne Lea hatten sie den Auftritt mächtig versaut. Als Lea das nächste Mal zur Probe ging, beendete sie das Streitgespräch mit: “ Wenn ihr das nicht versteht, dann könnt ihr mich alle mal am … lecken.“

Doch schon am nächsten Tag ging es richtig los: ein Fan schickte ihr einen Link zu einer Seite, die beleidigende Kommentare über sie beinhaltete, wie z.B.: „Ist das nicht die Tochter des alten Fischhändlers, der immer diese widerlichen stinkenden Fisch verkauft?“ Die Seite beinhaltete aber auch ein paar Videos, die peinliche Ausschnitte aus Leas Leben zeigten; zum Beispiel eine Situation, in der sie völlig betrunken in einer Disko herumtorkelte. Ein Bild war auch dabei, das eine sehr hässliche nackte alte Frau zeigte, die einen Fisch in der Hand hielt und auf der Leas Kopf montiert wurde, der aus Leas Facebook Profil Bild stammte.

Zu allem Überfluss überredete Andi, der Freund von Lea, sie auch noch dazu auf den Rechner ihres Vaters herumzuschnüffeln. „Vielleicht“, sagte er, “findet sich dort brauchbares Material, mit dem du deinen Vater erpressen könntest, damit er die Einverständniserklärung doch noch unterschreibt.“ Als Lea das ablehnt, wird Andi sehr wütend und geht. Er steckte nämlich mit den Mobbern unter einer Decke und wollte Lea wieder in eine blöde Situation bringen.

Als Lea erfährt, dass Andi sie nur verarscht hat, bricht für sie eine Welt zusammen. Lea ruft in ihrer Not ihren ehemaligen Freund Jo an, dem sie alles beichtet, auch dass sie am Computer ihres Vaters rumgeschnüffelt hat. Leider hörte ihr Vater, der inzwischen nach Hause gekommen war, im Hintergrund alles mit. Der fing sofort an sich lauthals über Lea zu beschweren, die in der Hektik gar nicht mitbekam, dass sie den Hörer noch gar nicht aufgelegt hatte. Sie rannte völlig aufgelöst aus dem Haus und lief in ihr Versteck, das sie immer zusammen mit Jo aufsuchte. Diesmal jedoch zündete sie den halb kaputten hölzernen Dachstuhl an, um in ihrer Verzweiflung ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Zum Glück ging ihr Selbstmordversuch in die Hose, denn Jo rief schnell die Feuerwehr. Lea wachte erst wieder in einer Klinik auf und als es ihr körperlich besser ging, wurde sie in eine psychiatrische Klinik überwiesen: in dem halben Jahr, das sie dort verbrachte, wurde sie nur von Jo besucht. Das Theater endete damit, dass Lea ihren Vater anrief und ihm berichtete: “Hallo Papa ich bin‘s Lea, mir geht’s wieder gut.“

Persönliche Anmerkung :

Ich persönlich fand das Theater sehr interessant, denn es ist einer wahren Begebenheit nachgestellt. Beeindruckt hat mich auch, dass einer der beiden Schauspieler bei dem Publikumsgespräch offen zugab, dass er in seiner Schulzeit wegen seiner hohen Stirn selber gemobbt wurde.

Ich habe mitgenommen, dass man mit Fotos und Videos von sich selbst aufpassen muss, denn sie könnten in die falschen Hände geraten und im Internet veröffentlicht werden (z.B. wie im Fall von Lea als Fotomontage). Wenn man gemobbt wird, ist es wichtig, sich jemandem anzuvertrauen (z.B. Freunden, Eltern, Vertrauenslehrern etc.). Wenn man keinen Ausweg mehr sieht, ist Selbstmord auf keinen Fall eine Lösung, genauso wenig wir andere Selbstverletzungen (Ritzen, Messerspiel u.s.w.).

Denkt immer daran: nur weil ein paar Leute gegen dich sind und dich fertig machen wollen, heißt das noch lange nicht, dass die ganze Welt gegen dich ist. Es gibt immer Leute, die auf deiner Seite sind  – sprich mit ihnen!

Maurus

Photos: Janina

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