Eine winterliche Kurzgeschichte: Vogelschlitten

Eines wunderschönen Tages entschied sich Vater Mö mit Sohn Henri eine Vater-Sohn-Aktivität zu machen.

Er sprach: „ Sohn, wir müssen reden.“ Darauf der Sohn: „Was ist?“ „Wollen wir zwei zusammen zu einer Berghütte reisen?“, wollte der Vater wissen. „Aber nur“, entgegnete Henri, „ wenn es da eine Playstation vier gibt!“ „Die gibt es da nicht.“ „Dann komm ich nicht“, entschied Henri, „Basta!“ Doch Mö schrie: „Du kommst jetzt mit! Verstanden?“ „Okay, okay“, winselte Henri, als Mö ein ganz rotes Gesicht bekam. Henri hatte eine Stunde Packzeit. Nach einer Stunde saß er im Auto. Die Fahrt dauerte zwei Stunden. „Als sie endlich angekommen waren, fand Vater Mö: „Wir sollten uns erst mal hinlegen. Morgen sehen wir weiter!“

Am nächsten Morgen entschied Mö: „ Heute gehen wir Schlitten fahren! Hol doch bitte den Schlitten.“ Nach zehn Minuten verkündete Henri: „Wir haben keinen Schlitten dabei.“ „Was?“, schrie Mö, „ich dachte, du nimmst ihn mit!“ „Ach so“, antwortete Henri verblüfft. Doch der Vater hatte noch eine Idee. Im Garten war ein langer Stab, an dem ganz viel Holz lag. „War wohl mal ein Vogelhaus“, dachte sich Henri, als sie das Holz in die Garage schleppten. „Was machst du gerade?“, wollte Henri wissen. „Das wirst du schon sehen“, erwiderte Mö. Als er fertig war, staunte Henri nicht schlecht: „Ein Schlitten, und was für ein schöner und alles selbst gemacht. Können wir ihn testen, jetzt gleich? Bitte, bitte, bitte!“ „Aber gerne doch, mein Sohn!“, erlaubte Mö, der sich insgeheim über die Freude seines Sohnes freute.

Als sie draußen waren, und beide auf dem Schlitten saßen, ging es los. Es war ein schneller und geschmeidiger Schlitten. Manchmal fuhren sie zickzack, manchmal gerade den Berg hinunter. Sie waren schnell, sehr schnell! Doch plötzlich sahen sie einen großen Schneehaufen. „Ui, eine Schanze!“, rief Henri, „wir nehmen sie, okay?“ „Von mir aus!“, freute sich Mö. Doch er bemerkte leider zu spät: „Die ist zu steil, ah!“ „Batsch“ und sie krachten in den Schneehügel, den sie für eine Schanze gehalten hatten. „Autsch!“, verkündete Henri seine Emotionen, welcher mit dem Kopf in dem Schneeberg steckte. „Hauruck!“, rief sein Vater, der ihn aus dem Berg zog. „Hallo!“, rief ein Skifahrer plötzlich hinter ihnen. „Oh, hallo, wissen Sie, wo der Lift, also der Skilift ist, damit wir wieder hoch kommen?“, begrüßte Mö den Skifahrer. „Den gibt es hier leider nicht“, antwortete der Skifahrer. „Warum?“, frage Mö. „Weil die Behörden finden, dass der Strom anderweitig benutzt werden kann“, nörgelte der Skifahrer, „einen schönen Tag noch.“ Und er war weg. „Mist!“, fluchte Mö, „jetzt müssen wir den Berg hoch kraxeln!“ „Pech, lass nach“, murmelte Henri und stapfte den Berg hoch.

Eine Stunde später waren sie wieder in der Hütte und wärmten sich beim Feuer auf. Henri saß mit dem Blick auf das Fenster. Er sah die leere Stange und viele Vögel, die heimatlos um die Stange herumflogen. Mö fragte: „Was machen wir jetzt mit dem Holz? Verbrennen?“ „Vielleicht“, antwortete Henri nachdenklich. „Okay“, entschied Mö, der das wohl als „ja“ wertete. Als er das erste Stück ins Feuer schieben wollte, schrie Henri: „Nein, nicht verbrennen!“ „Warum?“, wollte Mö wissen. „Wir geben es denen zurück, denen es gehört“, erläuterte Henri Mö. „Hä?“ Das verstand Mö nicht. „Es war mal ein Vogelhaus und wir haben ihr Holz zum Spaß benutzt, jetzt dürfen sie auch mal!“, erklärte ihm Henri. „Aha, sollen jetzt etwa die Vögel Schlitten fahren?“ Wieder verstand Mö nicht. „Nein“, erklärte Henri immer noch geduldig, „wir bauen ein Vogelhaus“ „Ach so“, begriff Mö endlich. „Los geht’s!“.

Und er handwerkelte herum wie ein Meister. Und Henri? Er half seinem Vater dabei, indem er die Teile zu seinem Vater trug, ihn darauf hinwies, wenn er Fehler machte und ihm sein Werkzeug brachte. Es war zwar immer noch die Grundform eines Schlittens, doch es hatte ein Dächchen oben drauf. „Wir haben es geschafft!“, jubelte Henri. „Ja, das haben wir wohl“, entgegnete Mö, „und nun setzen wir es auf einen Stab.“ Er hämmerte lange Zeit auf den Stab und das Haus, bis es endlich hielt. „Und jetzt“, sprach Henri, „müssen wir nur noch Futter hinein legen, dann können wir zuschauen.“ Gesagt, getan und schon war alles erledigt. „Schnell ins Haus, damit die Vögel kommen!“, erklärte Mö. Und schwuppdiwupp waren viele Vögel da. „So, jetzt freuen sich die Vögel auch“, bemerkte Henri. Und so freuten sich alle wie kleine Schneekönige.

Tim C., 6b

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