Heimatlos – was Heimat für uns bedeutet und was es bedeutet, diese zu verlieren.

Heimat ist ein Begriff, den jeder von uns kennt. Momentan verlieren viele Menschen ihre Heimat und kommen nach Europa. Wir versuchen uns vorzustellen wie es sich anfühlen könnte, keine Heimat mehr zu haben – also heimatlos zu sein.

 

Was ist Heimat eigentlich genau?

Der Duden definiert den Begriff Heimat ungefähr so:

Heimat ist der Platz auf der Welt, also ein Land oder Ort, in dem man geboren und aufgewachsen ist. Wenn man zum Beispiel in ein anderes Land gezogen ist, kann man das aber auch als Heimat empfinden, weil man sich dort schon sehr lange aufhält und sich dort zu Hause fühlt.

Heimat kann aber auch das Herkunftsland meinen: ich lebe zum Beispiel in Deutschland, bin aber in Afrika geboren. Obwohl ich mich in Deutschland zu Hause fühle, ist meine Heimat Afrika. Man kann sich aber auch in beiden Ländern heimisch fühlen.

Manche von uns haben sogar eine zweite Heimat:

Mariam

Jonathan

 

Das bedeutet Heimat für uns…

Heimat ist für uns ein Gefühl. Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt. Ein Ort an dem man sicher ist. Dort, wo deine Familie und deine Freunde leben – wo man geliebt wird.

Unsere Heimat nehmen wir mit all unseren Sinnen wahr: Sam, Samira, Mariam, Joschi, Paul, Kenan und Jonathan haben versucht ihre Heimat zu schmecken, riechen, fühlen, sehen und zu hören.

Zu Hause ist/zu Hause fühlen wir uns…

…wo es nach Brezn, Cevapcici, Schweinebraten, Pita, Mamas Parfüm, alten Gemäuern oder den frischen warmen Semmeln vom Bäcker riecht.

…von wo aus wir Berge, Wald, Taxis, Restaurants, unser Fahrrad, den Spielplatz oder das Meer sehen können.

…wenn wir Wiese, unseren Hund, unser Bett und Kissen oder unsere Kuscheltiere berühren.

…wenn wir Weißwürste, Fanta und Sprite, Mamas Spareribs, Raclette oder Frühstückspiegelei schmecken.

…wenn unser Hund bellt, Traktoren fahren, Paul den bayerischen Dialekt hört oder wenn die Schwester wie jeden Morgen laut „Aufsteeeeheeen“ schreit.

 

Heimatlos sein…

Nur schwer vorstellbar ist es für die meisten von uns, wie es wohl sein mag, kein Zuhause mehr zu haben. Wir kennen nur das Gefühl von Heimweh, zum Beispiel im Urlaub oder auf Klassenfahrten.

Wir vermissen unser Zuhause, unsere Freunde, unser Lieblingsessen oder gewohnte Gerüche. Dabei haben wir aber immer die Gewissheit nach einer bestimmten Zeit wieder nach Hause zurückkehren zu können. Für uns ist es selbstverständlich eine Heimat zu besitzen, selbst wenn man woanders ist, weiß man, sie existiert noch.

Man kann zu Hause so sehr vermissen, dass man davon krank wird. Das haben wir auch schon erlebt.

So hat es sich für uns angefühlt:

  • Kopfschmerzen: weil einem so viele Gedanken durch den Kopf schießen
  • Herzschmerz: das Herz rast oder es fühlt sich an, als ob es leer wäre und gar nicht da
  • Bauchweh: es wird einem richtig schlecht

Viele Menschen haben aber in der Vergangenheit und auch gerade jetzt ihre Heimat verloren. Das heißt sie können aus vielerlei Gründen nicht mehr nach Hause zurückkehren.

Kenan versucht uns zu erklären wie sich Krieg anfühlt:

„Mein Name ist Kenan und ich bin 12 Jahre alt. Meine Familie und ich kommen aus Bosnien Herzegowina. Dort herrschte Krieg. Stell dir vor in deiner Heimat herrscht Krieg und du und deine Familie müsstet flüchten. Wie würdest du dich fühlen? Bestimmt hättest du Angst, man hat dauernd Panik und alles mögliche schießt dir durch den Kopf. Später, wenn du wieder sicher bist, hast du immer ein komisches Gefühl im Herzen. Du willst wieder schlafen, aber das geht nicht immer. Irgendwann hast du Schlafmangel. Du hast immer Angst und einen Groll gegen die, die dir dein Land weggenommen haben.“

Wie würde sich das für uns anfühlen?

„Schlimm!“

„Ich wäre sehr wütend!“

„Ich wäre einsam und traurig. Und würde mich ungerecht behandelt fühlen.“

„Ich könnte nicht schlafen.“

„Ich hätte Angst und würde schlecht träumen.“

„Ich würde mich verloren fühlen.“

„Man würde sehr viel nachdenken.“

„Ich weiß nicht, ob ich noch was fühlen könnte. Ich wäre ganz leer, gefühlstaub.“

 

Auch die Klasse 9b hat sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Max Herrmann-Neiße hat 1936 das Gedicht „Heimatlos“ verfasst, das uns Luna und Moritz hier vortragen:

 

Wir wünschen allen Heimatlosen, die ihre Heimat verlassen oder verloren haben, dass sie eine neue zweite Heimat finden können, in der sie sich an glückliche Zeiten in der alten Heimat zurückerinnern können. Wie wünschen ihnen viel Kraft. Die Vorstellung, all das zu verlieren, was unser Zuhause ausmacht, macht uns sehr traurig.

Gemeinschaftsbeitrag von Sam, Samira, Mariam, Joschi, Paul, Kenan, Jonathan, Flo

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